Wiesn aber gscheid – das Münchner Oktoberfest!

Viele sehen im Münchner Oktoberfest nur eine Massenveranstaltung mit viel Bier – aber es ist viel mehr! In den letzten Jahren kam mit der „Oiden Wiesn“ auch wieder ein großer Anteil der historischen Tradition zurück, aber es gibt auch ganz viele „Originale“ auf regulären Wiesn, die es unbedingt Wert sind, besucht zu werden.

Anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese im Oktober 1810 fanden in München zahlreiche Feste statt. Vermutlich geht auf das letzte Fest, das Pferderennen, das Oktoberfest zurück. Der Festplatz außerhalb der Stadt wurde aufgrund seiner natürlichen Eignung ausgesucht. Der Sendlinger Berg (heute die Theresienhöhe) diente als Tribüne für die Zuschauer des Rennens. Das Fest wuchs von Jahr zu Jahr und veränderte sich stets weiter. 1880 wurde erstmals der Bierverkauf genehmigt und 1881 eröffnete die erste Hendlbraterei. Um mehr Sitzplätze zu schaffen, errichteten die Brauereien schließlich große Bierhallen. Heute gibt es auf dem inzwischen größten Volksfest der Welt zahlreiche Bierzelte und Fahrgeschäfte aller Art. Aber die können sie, vielleicht in etwas anderer Form, auch überall anders sehen …

Unsere Tipps für einen romantischen Wiesnbesuch

Lebkuchenherzen, Liebesäpfel, gebrannte Mandeln, Schokofrüchte & Zuckerwatte

Spontanität will gut überlegt sein! Selbstverständlich kann man seinem Schatz auf der Wiesn spontan ein Lebkuchenherz mit „Schatzi“, „Prinzessin“ oder „Hase“ kaufen, aber wie toll wäre es denn, wenn dort der spezielle, ganz geheime Spitzname oder ein persönlicher Antrag verewigt wäre? Kein Problem, das ist alles möglich, allerdings muss die Zuckerglasur mindestens einige Stunden, besser ein paar Tage, trocknen, damit sie nicht verwischt. So lohnt es sich durchaus ein paar Tage vor dem Wiesnbesuch ein Herz vorzubestellen. Individuelle Herzen gibt es inwzischen bei mehreren Ständen:

Karin´s Herzenmalerei
Tel. +49 (163) 3141495
http://karinschneller.de

Martl’s Lebkuchenherzl
Tel. +49 (176) 24538309
http://lebkuchen-herzl.de

Michaela’s Herzlmalerei
Tel. +49 (176) 62281021

Schifferl´s Herzlmalerei
Tel. +49 (171) 5129935
http://werbeherz.eu

Neben den berühmten Lebkuchenherzen (die übrigens nicht sonderlich gut schmecken) gibt es natürlich noch allerlei andere Leckereien auf dem Oktoberfest. Liebesäpfel, gebrannte Mandeln, Schokofrüchte & Zuckerwatte lassen bei Klein und Groß die Augen leuchten.

Auf geht’s beim Schichtl – das Traditionstheater mit Enthauptung seit 1869

Möglicherweise hilft hier vorab das Bierzelt, denn es passiert durchaus häufiger, das angetrunkene Wiesnbesucher das Wiederbeleben, der per Guillotine enthaupteten, anschließend in Frage stellen. Alles Münchner Originale, hier wird Bairisch (ohne y!) gesprochen! Lustig, originell und einmalig!

Teufelsrad

Nicht weniger Bairisch geht’s im Teufelsrad zu! „Zuagroaste“, also nicht-Münchner, haben hier häufig das Problem überhaupt irgendwas zu verstehen. Auch hier steigert Alkohol erheblich die Stimmung, wenn betrunkene Australier gegen noch betrunkenere Italiener auf einer runden Drehscheibe einen Boxkampf mit Hindernissen austragen. An und für sich ist das ganze schon ein lustiges Schauspiel, aber mit den bairischen Kommentaren wird es zum Hit! Man weiß übrigens nicht genau, wer mehr Spaß hat – die aktiven Teilnehmer auf dem Rad oder die Zuschauer des Spektakels. Die Regeln sind eigentlich ganz einfach: Versuch auf dem Rad zu bleiben und wenn Du rausfällst, schnell weg aus der Bahn …

Der Flohzirkus

Etwas ruhiger wird es dann im Flohzirkus. Hier kann man seit 1948 den kleinen Tierchen bei wilder Akrobatik zuschauen. Gute Augen sind hierbei hilfreich. Und wenn’s danach krabbelt und juckt ist das häufig auch Einbildung …

Die Krinoline

Die Kri­no­line war der schwin­gen­de Reif­rock der fei­nen Da­men­welt um 1860. Ähnlich wie dieser Reif­rock schwingt auch die Kri­no­line auf dem Oktoberfest. Anfang des 20. Jahrhunderts waren Krino­line-Fahr­ge­schäf­te auf vielen Fest­plät­zen ein be­lieb­tes Amüse­ment. Aus dieser Zeit hat sich nur die Krino­line des Ok­to­ber­festes er­hal­ten. Der Schau­steller Michael Groß­mann hatte sie 1924 dort zum ersten Mal auf­ge­stellt. Um die Schwan­kung zu erzeu­gen, wurden drei bis vier Mann benötigt. Die Per­so­nal­kos­ten führten dazu, dass Krino­linen immer seltener wurden. Seit 1938 läuft die Krinoline elektromechanisch. Dieser raf­fi­nier­te An­trieb mittels Excen­ter und starken Federn lässt sich noch heute bewun­dern. Eine Blas­kapelle sorgt zusätzlich für Stimmung.

Schiffschaukel

Um 1890 kam die heute gebräuchliche Form der Schiffschaukel für zwei Personen auf. Die Kunst bei der Schiffschaukel liegt darin, so lange wie möglich genau oben senkrecht stehen zu bleiben. Mit der eigenen Muskelkraft kann man so einige der Kalorien von Bier und den gebrannten Mandeln wieder abarbeiten.

Altbairisches Scherbenschießen

Die ersten Schießstände tauchten gegen 1840 auf Volksfesten auf, ungefähr seit 1880 konnte man auf Tabakspfeifen, Tierfiguren, kleine Scheiben in Rund- oder Sternchenform( Flattern) oder Tontöpfchen (Scherben) schießen. Was damals auf Tonröhrchen zum Abschuss freigegeben wurde, steckt heute meistens auf Plastiksteckern. Aber auf der Wiesn ist es noch möglich auf Ton zu schießen.

Wurfbuden

1818 stellte der Münchner Wirt Anton Gruber eine “Taubenscheibe“ auf, daher wurde es auch „Taubenwerfen“ genannt. Ungefähr 1910 kam die Ballwurfbude „Runter mit dem Zylinder“ auf die Wiesn. Mit großer Sorgfalt wird die historische Wurfbude nur noch zum Oktoberfest aufgebaut, sie ist nicht mehr reisefähig. Lustigen Holzköpfe mit schwarzen Zylindern müssen hier mit Lederbällen umgeworfen werden.

Dicke Berta

Kraftmesser waren schon recht früh beliebte Volksfestbelustigungen. Vom einfachen Hauen mit der Faust auf ein Polster, wo die Wucht des Schlages auf einer Skala mit Zeiger abgelesen werden kann, bis zum kunstvoll dekorierten Schlaghammer, wie der „Hau den Lukas“ offiziell genannt wird, gab und gibt es viele Möglichkeiten, seine Kraft unter Beweis zu stellen. Die „Dicke Berta“ mit ihrer 30 Kilogramm schweren Kanone wurde nach einem bekannten Geschütz aus dem Ersten Weltkrieg benannt. Auf einem Gleis gleitet durch Stoßkraft eine schwere Kanone nach oben bis zum Anschlag. Schlägt sie oben an, wird durch eine Zündkapsel ein Knall erzeugt. Hier zeigt sich, wer ein echter Kerl ist …

Kettenflieger Kalb

… oder aus Kindheitstagen besser bekannt als Kettenkarussell. Kettenkarussells gehörten seit den ersten Jahrzehnten bis in die sechziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts zu den beliebtesten Fahrgeschäften auf deutschen Festplätzen. Zu den ältesten Fahrgeschäften der Wiesn zählt auch der Kettenflieger Kalb, der 1919 von der Berliner Firma Gundelwein und Fischer hergestellt wurde. Nicht nur für Kinder und Romantiker …

Steilwand

Viel Lärm und Krach, stinken tut’s auch aber hier gibt es noch die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten, äh auf ihren heißen Öfen! 1930 traten Steilwand-Artisten erstmalig auf dem Oktoberfest auf. Ein Jahr später sahen die Wiesn-Besucher die für die damalige Zeit höchst spektakuläre Darbietung der „Amerikanischen Steilwand Todesfahrt im 60 bis 100 km/h Tempo an der senkrechten Wand“ – mit dem Auto! Dabei war die junge Steilwandfahrerin Käthe Mathieu, die Wiesn-Geschichte schrieb: Als „Steilwand-Kitty“ feierte sie zahlreiche Erfolge. „Pitt’s Todeswand“ erinnert noch heute an die Wirkungsstätte dieser legendären Persönlichkeit. Von dem Charme von früher ist nichts verloren gegangen. Noch immer weht einem hier der Hauch von Adrealin, Abenteuer und Sprit um die Ohren. Für alle (großen und kleinen) Jungs ein Muss!

Oktoberfest-Riesenrad

Der romantische Abschluss eines schönen Wiesntages ist eine Fahrt im Riesenrad. Besonders in den Abendstunden blinkt ein wahres Lichtermeer und schafft eine sagenhafte Stimmung. Allerdings alleine wird man in der Gondel wohl nicht mehr sein …

Das Riesenrad auf dem münchner Oktoberfest

Damit man sich auf dem Oktoberfest nicht verläuft oder lange Umwege vermeidet – schließlich kann die einmalige Überquerung im Gedränge am Abend auch mal eine Stunde dauern – lohnt es sich vorab zu informieren, wohin man will und über welchen Eingang man dorthin am besten kommt. Einen guten Übersichtsplan findet man auf muenchen.de!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Protected by WP Anti Spam